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Warum es nicht immer gut ist morgens plötzlich klar zu sehen

Die Kontaktlinsenträger unter euch kennen das bestimmt, dass man morgens aufwacht und denkt: „Irgendwas ist anders. Irgendwie ist das alles so…so…scharf hier.“ Spätestens wenn das Oberlid dann kurz mal am Auge kleben bleibt, allerspätestens aber wenn einen der leere Kontaktlinsenbehälter im Bad anlacht, fällt es einem wie Schuppen von den Augen: Die Linsen sind noch drin.

Echt seltsam, wenn das passiert. Weil eigentlich gehört das Linsen-Rausmachen ja zur allabendlichen Routine so wie Abschminken oder Zähneputzen. Während man diese beiden Sachen aber relativ sang- und klanglos am nächsten Morgen nachholen kann, ist das Rausnehmen vergessener Kontaktlinsen schon weitaus unangenehmer. So schön weich wie sie sind, so schön kleben sie dann auch am Auge. Autsch.

Letztens isses also passiert: Morgens aufgewacht und kein Morgennebel im Zimmer. Stattdessen klare Sicht auf die regennasse Landschaft draußen (was hat der Sommer eigentlich für’n Problem…). Ein leichtes Brennen im Auge rief mir dann auch wieder das Vorabendszenario in Erinnerung. Leider beinhaltete dieses nicht den Akt des Linsen-Rausnehmens.  Mist. Also vorsichtig die Linsen rausgefriemelt.. Das unangenehme Gefühl im Auge blieb aber leider. Gut, das würde dann wohl ein Brillentag werden.

Doch was passiert eigentlich, wenn weiche Linsen über Nacht auf den Augen bleiben? Ich hab das mal für euch recherchiert: Dadurch, dass das Auge unter den Linsen weniger Sauerstoff bekommt, quillt die Hornhaut des Auges über Nacht mehr, als sie das normalerweise tut. Das merkt ihr daran, dass, wenn ihr ins Licht guckt, es so scheint, als sei dort ein Lichtkranz ringsherum oder manchmal sogar bunte Lichtkreise. Klingt lustig, isses aber nicht. Für’s Auge nich und für euch am Morgen erstmal auch nicht. Wie unangenehm das Ganze letztendlich wird, hängt aber natürlich wieder vom jeweiligen Auge ab und davon, wie gut und sauerstoffdurchlässig die Linsen sind und natürlich in erster Linie davon, wie gut die an die Augen angepasst worden sind.

Meine Linsen sind Silikon-Hydrogele und gut sauerstoffdurchlässig. Hab sie mir letztens erst anpassen lassen. Nach der „gemeinsamen Nacht“ hat es trotzdem den ganzen nächsten Tag in den Augen gezwiebelt. Das Brennen ist aber das kleinere Problem und geht meist relativ schnell wieder weg. Trotzdem hab ich meinen Augen mal ’ne Linsenpause gegönnt.

Richtig übel kann es aber werden, wenn die Linsen keine gute Qualität haben oder schlecht angepasst sind. Dann können die sich so richtig auf den Augen festsetzen. Und die  Keime darunter freuen sich ’nen Ast: Warm, feucht und was zu fressen und – das „Beste“ – der Tränenfilm kann nichts mehr machen, weil er abgeklemmt ist. Wenn dann einer der Keime ein richtig böser ist, kann es  gefährlich werden. Zuerst merkt man das vielleicht gar nicht, aber wenn das Auge sich gegen den Keim zu wehren beginnt – Prost Mahlzeit.

Es gibt natürlich einige wenige super-sauerstoffdurchlässige Kontaktlinsen, die man auch nachts tragen kann. Allerdings verträgt so lange Tragezeiten nicht jedes Auge. Wenn ihr euch für solche Linsen interessiert, solltet ihr eure Augen also vorher gründlich checken lassen und auch nach der Anpassung immer mal wieder einen Spezi draufgucken lassen.

Achso und für die unter euch, die gern spontan auswärts übernachten (und das scheinen echt viele zu sein, wenn ich mir die Foren so angucke – wildes Volk ihr 😉 ) – weiche Linsen in Wasser legen is ne ganz ganz schlecht Idee. Weil Wasser = Keime = Autsch (siehe oben). Auch wenn ich eher zu jener Spezies gehöre, die morgens meistens schon weiß, wo sie ihr Nachtlager errichten wird (laaaangweilig, wa?), habe ich immer meinen kleinen mobilen Aufbewahrungsbehälter mit Lösung dabei. Wäre für die Spontanen unter euch ja auch mal eine Überlegung wert (is dann zwar nich mehr ganz so spontan aber eure Augen werden es euch danken).

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