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Kontaktlinsen und Kürbissuppe. Oder: Wenn das Auge weniger will als der Mund

Letzte Woche hat der Herbst ja schonmal einen gucken lassen. Höchste Zeit also für die erste Kürbissuppe des Jahres. Im Übrigen auch die erste selbstgemachte Kürbissuppe meines Lebens. Natürlich sollte es nicht irgendein Null-Acht-Fuffzehn-Süppchen werden, sondern ein kulinarisches Feuerwerk. Ein Fest für alle Sinne. Auf chefkoch.de wurde ich dann auch ziemlich schnell fündig: Die Curry-Kürbiscremesuppe á la Laura sollte es werden.

Kürbis

Der mit Abstand schwierigste Part war das Kleinhacken des Kürbisses. Aus der Ferne betrachtet sieht das Innere ja ganz weich und fluffig aus. Doch weit gefehlt. Es entbrannte ein regelrechter Kampf: Die Fee mit gewetzter Klinge gegen einen gänzlich unbewaffneten aber nicht minder standhaften Hokaido. Nach 10 Minuten stand  mir schon der Schweiß auf der Stirn und meine Brille beschlug allmählich von innen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich eigentlich schon gar keinen Bock mehr auf Kürbissuppe. Und überhaupt: Herbst. Is doch alles zum Heulen. [Es folgt eine nicht geplante und daher umso genialere Überleitung…].

Mit Heulen ging es auch direkt weiter. Ich versuche ja Zwiebeln zu vermeiden, so gut es irgendwie geht. Aber so ein Süppchen ohne Zwiebel – nee. Leider war niemand in der Nähe, den ich mit der Aussicht auf eine ‚Suppe á la Fee‘ davon hätte überzeugen können, den undankbaren Part des Zwiebelschneidens zu übernehmen. Fuchs der ich bin, hatte ich aber auch für diesen Fall einen Joker im Ärmel: Erstens: Brille auf (sowieso). Und zweitens hatte ich letztens zufällig eine Sendung mit Charlotte Roche gesehen, in der sie ihr neues Buch vorstellte. Laut Charlotte geht es in dem Buch gar nicht nur um Sexpraktiken und die Abgründe menschlicher Beziehungen, sondern auch um ganz praktische Tipps für das tägliche Leben. So auch: Zwiebel schneiden ohne tränende Augen. Ihr Tipp: Einfach beim Schnippeln die Zunge raushängen lassen. Denn die Säure, die sonst so fies in den Augen brennt, sucht sich wohl den nächstgelegenen feuchten Ort. Schiebt sich also die Zunge zwischen Auge und Zwiebel, bleibt die Säure auf ihrem Weg zum Auge bereits auf Mundhöhe hängen. Genial, dachte ich.

Doch weder Zungentechnik noch Brille haben irgendwas genützt. Heulend und mit ausgestrecktem Lappen [dieser Blogbeitrag verzichtet bewusst auf Personenbilder…] zerhackte ich die Knolle und führte sie ihrem Bestimmungsort zu. Danke Charlotte, dachte ich. Und überhaupt: Herbst…

Nun wollte ich es aber doch wissen: Irgendwas musste es doch geben, das gegen dieses fiese Brennen hilft. Zumal ich die Lauchzwiebeln noch vor mir hatte. Im Netz dann der Tipp: Kontaktlinsen tragen beim Schneiden. Gut, hätte ich auch vorher drauf kommen können. Wobei ich mir irgendwie immernoch nicht vorstellen kann, dass das wirklich funktioniert.

Da meine Augen von den Zwiebeln eh schon total gereizt waren, wollte ich nicht auch noch Linsen oben drauf packen. Aber beim nächsten Mal probier ich es aus. Der Winter wird lang, da wird noch die ein oder andere Suppe kommen. Zumal mein Kürbis-Erstlingswerk unfassbar gut geschmeckt hat 🙂 Ok Herbst, kannst kommen.

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