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SehFee Foren-Check: Das Kontaktlinsen-Leitungswasser-Mysterium

Bisweilen kriegt man in den Foren das Gefühl, dass manche denken „Ich muss nur oft genug die selbe Frage stellen, irgendwann kriege ich die Antwort, die ich hören will.“ So verhält es sich auch mit der Frage, ob man denn weiche Kontaktlinsen zur Not auch mal nachts in Leitungswasser legen kann, wenn denn grad kein Desinfektionsmittel zur Hand ist.

Die Antwort ist natürlich immer in Bezug zur Zielstellung des Fragenden zu setzen. Daher zwei Möglichkeiten: Spielst du eventuell mit dem Gedanken, dir einen Blindenhund zuzulegen? – Dann leg sie ins Wasser. Willst du jedoch, dass deine Augen gesund bleiben, tu es auf keinen Fall.

Für viele der Fragenden – so meine Hoffnung – setzt nach dem zehnten Frage-Antwort-Spiel (wobei die Frage jedes Mal mit leicht verändertem Satzbau gestellt wird …man ist ja nicht unkreativ) dann so langsam ein Erkenntnisprozess ein: Ok, vielleicht lieber doch kein Leitungswasser. Keime, Salz, Kalk – das sind ja gleich drei Dinge auf einmal.
Bei so manch einem rattert das Hirn aber direkt weiter. Ok, denkt es sich, mit dem veränderten Satzbau in der Fragestellung komme ich nicht weiter. Was aber, wenn ich noch ein Wörtchen hinzufüge. Was, wenn ich frage: Kann ich Kontaktlinsen in ABGEKOCHTEM Leitungswasser aufbewahren?

Auch hier gilt es zunächst zu ergründen, worauf der Hilfesuchende mit seiner Frage hinaus will. Möchte er seine Linsen auf besonders schonende Art vernichten? Dann gibt es darauf ein eindeutiges „Ja, ab damit ins mollig-warme Nass“.
Oder möchte der Fragende vielmehr weiterhin mit (gesunden) Augen durch die Welt laufen – dann Finger weg vom Wasser, egal ob abgekocht oder nicht.

Und hier kommt die Erklärung:

1. Wichtig ist die Desinfektion der Linsen über Nacht, d.h. das Abtöten der Keime, die man beim Absetzen der Linse vom Auge in den Behälter überträgt. Gegen die macht das abgekochte Wasser gar nichts. Deshalb können die Keime sich jetzt fröhlich vermehren.
2. Für Weichlinsen gibt es ein weiteres Problem: Die abgekochte Lösung ist nicht isotonisch (sie hat weniger Teilchen als der Tränenfilm mit seinen 9 Gramm Kochsalz pro Liter). Und was passiert dann? Richtig: Osmose (ja, manchmal loht es sich durchaus, in Bio aufzupassen…), die Linse quillt schön auf und ist reif für die Tonne.

So, jetzt sind die kreativen Hirne wieder am Zuge. Mal sehen, was für Vorschläge noch so kommen..Wasser in einem güldenen Kelch, mundgeschöpt bei abnehmendem Mond…Ich bin gespannt.

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