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Von Kontaktlinsen und Pollen. Und Freunden mit / trotz Heuschnupfen.

Frühlingserwachen, wo man geht und steht. Überall sonnenbebrillte, gut gelaunte Menschen, Vogelgezwitscher und auch mein Lieblings-Eisladen um die Ecke hat wieder geöffnet. Doch wo Sonne ist, ist Schatten meist nicht weit. So wurde ich heute Punkt 5 von dem monotonen Schilpen meiner auf dem Baum vor dem Schlafzimmerfenster ansässigen fliegenden Freunde geweckt. Und als ich mir gestern in der Mittagspause „mal schnell ’nen Eis auf die Hand“ holen wollte, schlängelte sich die WarteRAUPE bestimmt zwanzig Meter die Straße runter. Aber ich will mich nicht beklagen. Denn andere hat es noch weitaus schlimmer getroffen. Frühlingszeit ist bekanntermaßen auch Pollenzeit. Viele meiner Freunde schniefen gerade um die Wette und und bei manchen sehen die Augen aus, als hätten sie drei Tage und Nächte durchgezecht. Doch keine Panik: Nicht jeder, den es in der Nase kribbelt, muss auf seine Kontaktlinsen verzichten. Hier kommt es tatsächlich drauf an, wie verqollen die Augen sind. Ich werde mal versuchen, den Sachverhalt bildhaft am Beispiel zweier Freunde von mir zu erklären.
Da wäre zunächst Freund A. Kriegt morgens schon die Augen kaum auf. Erster Gang: Zum „Giftschrank“ im Bad – Allergietabletten greifen. Erste Mahlzeit des Tages: Allergietablette. Niesintervall: Gefühlt alle 5 Minuten (er behauptet, es läge weit darüber). Weitere Symptome: Ständiges Augenreiben, was wenig förderlich für seine sonst eigentlich ganz schöne Augenfarbe ist.
Schlussfolgerung: Freund A hätte in diesen Tagen wenig Freude am Linsentragen. Das Problem ist oft, dass Mittel gegen Heuschnupfen die Tränen austrocknen, was wiederum dazu führt, dass die Linsen sich nicht mehr ausreichend auf dem Auge bewegen. Das macht nicht nur keinen Spaß, sondern lässt zusätzlich auch die Oberflächen der Linsen deutlich stärker „vermisten“. Hier können Nachbenetzer zwar etwas Abhilfe schaffen, aber der Spaßfaktor ist trotzdem begrenzt.
Anders bei Freundin B. Sie weckt ihre Umwelt (so sie denn nicht auch von unseren gefiederten Freunden auf Bäumen vor Fenstern aus dem Schlaf gerissen wurde) mit einem herzhaften “ Haaaaatschui“. Erster Gang morgens: Ebenfalls zum Giftschrank – Allergietabletten einwerfen. Erste Mahlzeit des Tages: Allergietablette. Niesintervall: Nicht erkennbar, da nur vereinzeltes Niesen über den Tag verstreut. Weitere Symptome: Leichtes Zwirbeln in der Nase und hin und wieder tränen die Augen ein bisschen.
Schlussfolgerung: Bei Freundin B besteht eine durchaus realistische Chance, dass sich das Linsentragen auch mit Heuschnupfen absolut okay anfühlt. Es kommt natürlich auch immer auf den Linsentyp an. Gerade harte Linsen lechzen nicht so doll nach Tränenflüssigkeit wie weiche. Bei den weichen wiederum fährt man oft mit Tageslinsen ganz gut. Denn selbst wenn sich Ablagerungen ansammeln, braucht man sich um die Reinigung nicht den Kopf zerbrechen. Einen Fall gibt es aber doch, in dem auch Freundin B ihre Linsen draußen lassen müsste, nämlich dann, wenn sie nicht nur Benetzungsmittel in die Augen tropft, sondern auch einen medizinischen Wirkstoff. Denn weiche Linsen saugen den Wirkstoff auf. Dort, wo er eigentlich wirken soll, kommt also nicht genug an. Auch bei harten Linsen kann sich die Arznei in der Linse festsetzen und zu seltsamen Wechselwirkungen mit Pflegemitteln führen.

Fazit: Ich muss mal wieder Freund A anrufen. Lange nix von ihm gehört. Ich hoffe, er ist nicht halbblind vom Hochbett gefallen…Und: Wenn die Pollen fliegen, bedeutet das nicht automatisch, dass die Linsen draußen bleiben müssen. Wenn es aber ohnehin schon zwirbelt und juckt, tut den Linsen ein kleines Frühjahrsnickerchen ganz gut. Mir übrigens auch. Blöde Vögel.. 😉

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