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Schulsport: Mit Kontaktlinsen vom Bauern zur Elfe.

In einigen Bundesländern geht heute die Schule wieder los. Bei mir ist es zwar schon eine Weile her, aber ich erinnere mich noch gut an das Gefühl am ersten Tag nach den Sommerferien. In erster Linie war ich natürlich verblüfft, um nicht zu sagen „schockiert“, dass die sechs Wochen tatsächlich irgendwann enden. Dennoch war nicht alles schlecht. Manche Freunde hatte man schließlich in der ganzen Ferienzeit nicht ein Mal zu Gesicht bekommen. Unter die Trauer, Wut und pure Verzweiflung über das Ende der Freiheit mischte sich also auch ein Fünkchen Vorfreude auf das Wiedersehen mit Kumpels und Kumpelinen. Eine Freude, die aber nur kurz währte und spätestens dann endete, wenn der Klassenlehrer den neuen Stundenplan bekannt gab, allerallerallerspätestens aber, wenn er dazu noch mitteilte, wer uns denn im neuen Schuljahr mit Matheformeln, Gedichtinterpretationen und Leistungskontrollen im Geräteturnen beglücken würde.
Geräteturnen. Ich kriege heute noch leichte Anflüge von Panik, wenn ich nur an Schwebebalken, Bock oder – ganz schlimm – Stufenbarren denke. Den Hüftaufschwung hatte ich zum Zeitpunkt, als ich mein Abschlusszeugnis in den Händen hielt, kein einziges Mal hingekriegt. Und meine Performance auf dem Schwebebalken erinnerte meine Sportlehrerin stets an einen (Zitat) „Gummistiefel tragenden Bauern auf ’nem Kartoffelacker“ statt an eine leichtfüßig dahinschwebende Elfe.
Doch was hat das alles mit Kontaktlinsen zu tun, werdet ihr euch (zu Recht) fragen. Nun, es gibt eine sehr interessante aktuelle Studie von Sportmedizinern zum Thema „Sehen im Schulsport“. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kinder, die nicht richtig sehen, oft Schwierigkeiten beim Sport haben. Besonders Übungen wie „auf einem Bein hüpfen“ oder „auf dem Schwebebalken balancieren“ fallen ihnen schwer, weil sie ihr Gleichgewicht nicht richtig halten können. Nein, das soll jetzt keine Entschuldigung für mein fulminantes Versagen an den Geräten sein. Ich habe schon zu Schulzeiten Kontaktlinsen beim Sport getragen. Überraschenderweise tragen aber viele Kinder weder Brille noch Kontaktlinsen beim Sport, obwohl sie eigentlich eins von beiden bräuchten. Mal abgesehen davon, dass es schade ist, sich wegen schlechter Sicht die Sportnote zu versauen, ist es auch gefährlich, Geräte, herumfliegende Bälle und umherrennende Mitschüler nur verschwommen oder gar nicht zu erkennen. Wer also im Alltag eine Brille trägt, sollte auch beim Sport eine „Sehhilfe“ nutzen. Die normale Brille geht allerdings nicht, weil sie viel zu zerbrechlich ist. Wenn da mal ein Ball oder ein Gegenspieler angeflogen kommt, ist die ganz schnell hinüber und beschädigt mit ihren Splittern schlimmstenfalls auch noch die Augen. Für den Sportunterricht gibt es daher spezielle „Schulsportbrillen“, die ohne Weiteres einen Ellenbogen oder Fußball abkönnen. Wer so eine Brille nicht tragen kann oder will, hat immer noch die Möglichkeit, Kontaktlinsen zu nehmen. Gerade beim Sport sind die sehr praktisch, weil sie keinen Rahmen haben, der das Gesichtsfeld einschränkt. Und auch beschlagen können sie nicht, was ja bei der Brille hin und wieder vorkommt, wenn man schwitzender Weise (vor Anstrengung und/oder Angst) am Barren hängt.

In den Web-Foren wird oft gefragt, ob es denn ein Mindestalter für Kontaktlinsen gibt: Nein, gibt es grundsätzlich nicht. Aber für Kinder gelten besondere Regeln, wenn sie Kontaktlinsen tragen wollen. Was es alles zu beachten gibt, ist sehr gut auf der Seite www.sehen.de beschrieben. Wenn ihr also das Gefühl habt, nicht hundertprozentig gut zu sehen beim Sport, sprecht am besten mal mit euren Eltern drüber. Wäre doch schade, wenn ihr – nur weil ihr nicht richtig gucken könnt – den „Gummistiefel tragenden Bauern auf dem Kartoffelacker“ macht, obwohl ihr Elfenpotential habt 🙂

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