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SehFee Foren-Check: Der kleine Unterschied: Kontaktlinsenflüssigkeit vs. Körpersaft

Ich sollte eine neue Kategorie hier im Blog einführen: In fünf Schritten zum Blindenhund oder sowas. Inspiration gibt es genug. Man muss eigentlich nur mal in die Foren gucken – und voilá: Der Spaß kann losgehen. Das Thema böte auch ordentlich Spielraum. Ich könnte zum Beispiel eine Basic- und eine Premium-Variante anbieten. Bei letzter würde der Hundefreund garantiert innerhalb kürzester Zeit (und ohne Kleingedrucktes) zu seinem treuen Begleiter kommen. Mit Zufriedenheitsgarantie. Zu dieser Variante zählt dann zum Beispiel der immer wieder gern gegebene Ratschlag „Kontaktlinsen in Spucke legen“. Klingt erstmal eklig, ist aber tatsächlich noch viel ekliger. Doch von vorn.

Etliche Linsenträger haben da diese Idee im Kopf, dass man Kontaktlinsen, wenn man keine Aufbewahrungslösung dabei hat, auch einfach in Spucke lagern kann. In der eigenen natürlich, man ist ja nicht verrückt, ne? Und ist es leider eben doch. Versuchen wir uns zu erinnern. Spucke. Das ist dieses nasse Zeug im Mund, von dem wir mal zu viel, mal zu wenig haben, das uns zusammenläuft, wenn wir was Leckeres zu essen sehen, das uns wegbleibt, wenn wir aufgeregt sind und das leider viel zu oft als unansehnlicher Glibber auf dem Bürgersteig rumliegt. Ja und Spucke ist auch das Zeug, in dem immer so lustige kleine Teile rumschwimmen, ihr wisst schon, der Spinatrest von heute Mittag, der es endlich geschafft hat, sich aus den Fängen der Schneidezähne zu befreien, oder der Cornflake von heute morgen, der plötzlich wie aus dem Nichts auftaucht und einen daran erinnert, dass man ja noch Milch kaufen wollte. Neben diesen sicht- und schmeckbaren Teilchen mäandert aber noch allerlei Unsichtbares durch unsere Mundhöhle, darunter viele kleine Bakterien und Eiweiße. Ok, Zeit für ein kurzes Zwischenfazit. Wir stellen also fest: Spucke gleich glibberig, Essensreste, Bakterien, Eiweiße. Kontaktlinsenaufbewahrungsmittel gleich isotonisch, steril, bakterientötend und eiweißlösend. Such den Fehler!

Nun frag ich mich natürlich: Wie kommt man auf so eine Idee? Und wie sieht das dann praktisch aus? Also nehmen die dann echt abends ihren Linsenbehälter, packen die Kontaktlinsen rein, rotzen einmal herzhaft drauf und gehen dann mit dem Gefühl ins Bett, was wahnsinnig Einfallsreiches und Großartiges getan zu haben? Ich versteh das nicht. Die Begründung lautet ja oft: Ist doch körpereigene Flüssigkeit und deswegen unschädlich. Ok, ich werde jetzt genau einen Satz dazu schreiben und überlasse dem lieben Leser, den Gedanken zu Ende zu spinnen: Urin ist auch eine körpereigene Flüssigkeit.

In diesem Sinne: Lasst die Körpersäfte, wo sie hingehören. Ich persönlich finde ja, Spucke macht sich am besten auf der Wange eines lieben Menschen. Und da richtet sie auch garantiert keinen Schaden an. 😉

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