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Bei Heuschnupfen: Kontaktlinsen reiben, Augen lieber nicht.

„Hör auf in den Augen zu reiben!“ – „Aber es brennt und juckt so doll.“ – „Ja, deswegen hör auf in den Augen zu reiben.“ „Aber es juuuuckt.“ „Na dann hör doch einfach mal auf in den Augen zu reiben.“

Zugegeben, ich hatte schon aufregendere Gespräche in meinem Leben. Aber dieses habe ich in letzter Zeit verdammt häufig geführt. Denn sie fliegen wieder, die Pollen. Und alles um mich herum scheint zu schniefen – und zu reiben. Ich versteh‘ das ja: Wenn es juckt, will man halt kratzen. Ganz menschlich. Aber was bei lästigen Mückenstichen nicht funktioniert, hilft auch den Augen nicht. Da muss eine andere Lösung her.

Nun kann man sich natürlich nicht wie beim Insektenbiss einfach eine Zwiebel aufs Auge drücken. Aber es gibt eine einfache und dazu noch wohlriechendere Alternative: Die Sonnenbrille.

Sonnenbrille: Helferin für ohnehin gereizte Augen

Die Brille bietet zwar keine Pollenabwehr. Aber sie schützt eure in Mitleidenschaft gezogenen Augen trotzdem, indem sie zum Beispiel Wind von ihnen fernhält. Und auch gegen die lästige Blendung durch das Sonnenlicht werden sie dank der Gläser abgeschirmt. Das entspannt schonmal ein bisschen. Nicht zu vergessen der Schutz vor euch selbst und euren Reibe-Händchen.

Aber warum sollt ihr denn nun eigentlich nicht in den Augen rumreiben? Ganz einfach: weil die Allergie eure empfindlichen Sinnesorgane sowieso schon reizt und den Tränenfilm angreift. Wenn dann auch noch die Hände darauf rumtatschen – ganz ehrlich: da hätte ich als Tränenfilm auch gestrichen die Schnauze voll und würde schon aus Prinzip mehr Reizstoffe bilden.

Die genauen Beweggründe des Tränenfilms sind mir nun nicht bekannt, aber tatsächlich produziert er mehr dieser Stoffe. Je mehr ihr also kratzt, desto schlimmer juckt es.

Kontaktlinsen: Kleine Schutzschirme, die gepflegt werden wollen

Kontaktlinsen können bei Allergien durchaus Vorteile haben: Zum einen, weil sie eure Augen teilweise abdecken und so vor Pollen schützen. Zum anderen, weil man es als Kontaktlinsenträger ohnehin vermeidet, sich großartig in den Augen zu reiben, weil die Linsen sonst ganz schnell mal aus selbigen fallen können.

Doch auch ohne Reibereien bilden sich an einem Pollentag allerlei „reizende“ Stoffe auf dem Auge, die sich auf euren Kontaktlinsen ablagern können.

Hier spielen Tageskontaktlinsen ihre Vorteile aus. Denn alles, was sich auf ihnen tummelt, wandert abends gemeinsam mit den Linsen in den Mülleimer. Am nächsten Morgen gibt es dann ein frisches Kontaktlinsenpaar auf die Augen.

Wer 2-Wochen oder Monatslinsen trägt, sollte diese abends natürlich nicht wegwerfen – auch nicht aus Wut über den fiesen Heuschnupfen. Stattdessen heißt es: Intensivreinigung. Also lieber einmal mehr abreiben und am besten einen speziellen Oberflächenreiniger benutzen. Denn alles, was auf den Linsen zurückbleibt, reizt die Augen nur zusätzlich. Muss ja nicht sein.

Die Hartlinsenträger unter euch haben es sogar noch einen Tick einfacher. Denn auf denen könnt ihr richtig rumschrubben, ohne dass sie kaputt gehen. Weichlinsen brauchen zwar auch eine ordentliche Abreibung, aber mit viel Gefühl – sonst können sie reißen.

Bei Allergietropfen Kontaktlinsen auf Abstand halten

Wen es so schlimm erwischt hat, dass er Augentropfen mit einem medizinischen Wirkstoff gegen die Beschwerden nehmen muss, sollte die Linsen während der Behandlung rausnehmen. Sonst lauft ihr Gefahr, dass sie sich den Wirkstoff einverleiben, noch bevor er an seinem eigentlichen Bestimmungsort ankommt. Gerade Weichlinsen sind wahrhaftige Sauger. Dabei ist es nicht so, dass sie die medizinisch wirksamen Stoffe nicht wieder rausrücken – nur leider eben Stück für Stück und oft auch noch dann, wenn ihr sie gar nicht mehr benötigt.

Reine Nachbenetzungsmittel sind dagegen meist kein Problem. Ob sie sich mit Kontaktlinsen vertragen, steht auf der Verpackung.

Allen Allergiegeplagten unter euch wünsche ich, dass ihr es bald überstanden habt. Ich persönlich freue mich schon auf die wieder interessanten Gespräche nach der Pollenwelle.

Und bis dahin heißt es: „Nicht in den Augen reiben.“

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