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Kontaktlinsen-Test: Welche Linse gewinnt?

Es gibt so Fragen, auf die ich immer wieder stoße bzw. die immer wieder an mich gestellt werden, seit ich vor einigen Jahren mit dem Kontaktlinsenblog hier gestartet bin. Und damit auch die neuen Leser an die entsprechenden Infos kommen bzw. die unter euch, die denken „was interessiert mich das Gelaber der SehFee von vor drei Jahren“, greife ich bestimmte Themen immer mal wieder auf. Dazu gehört auch die Frage nach Kontaktlinsen-Testberichten.

Viele – und ich selbst gehöre auch dazu – informieren sich ausgiebig im Netz, bevor sie sich ein neues Produkt zulegen: ob es nun ein Toaster ist oder das neue Album von Band XY. Erstmal gucken, was die anderen so sagen. Oder noch besser: Unabhängige Prüfinstitute wie die Stiftung Warentest.

Es gibt keine “allgemein beste” Kontaktlinse

Bei Kontaktlinsen gestaltet sich das als schwierig. Denn jedes Auge ist einzigartig, quasi wie ein Fingerabdruck, und verträgt die verschiedenen Kontaktlinsenarten und –marken unterschiedlich gut. Eine „beste Kontaktlinse“ für alle gibt es daher nicht. Eine Linse, die für Person An perfekt geeignet ist, kann für Person B völlig unpassend sein. Deswegen ist die Anpassung beim Augenarzt oder –optiker so wichtig. Nach entsprechenden Tests mit „Testsieger“ usw. sucht man daher im Netz auch vergeblich.

Bauchgefühl hört bei den Augen auf

Es gab zwar vor einigen Jahren mal eine Untersuchung der Stiftung Warentest, in der verschiedene Tageslinsen bewertet worden sind. Allerdings ging es dabei um ganz allgemeine Faktoren wie Sauerstoffdurchlässigkeit, Randdicke oder Größe und wie sich die Unterschiede auf den Tragekomfort und die Verträglichkeit auswirken können. Betonung auf können. Denn im Prinzip wurde durch diesen Test nur einmal mehr gezeigt, dass die Entscheidung für eine Linse immer individuell gefällt werden muss – und das nicht allein „aus einem Bauchgefühl heraus“, sondern nach entsprechender Untersuchung und Beratung beim Linsenanpasser.

Kontaktlinsenempfehlungen – gut gemeint aber gefährlich

Daneben kursieren im Netz natürlich jede Menge Seiten und Foren, auf denen sich Linsenträger gegenseitig helfen und – leider – auch Empfehlungen für Kontaktlinsen geben. Was ich ziemlich bedenklich finde, gerade für Leute, die sich noch gar nicht mit Linsen auskennen und sich dann einfach auf die Tipps von anderen verlassen, nach dem Motto „du sagst, die Linsen sind gut und machen keine Probleme – ok, dann hol‘ ich mir die auch“. Das kann gut gehen, aber auch ordentlich in die Hose – oder eben ins Auge, um mal sämtliche von Omas Redensarten zu bemühen.

Denn eine nicht angepasste Kontaktlinse kann dem Auge die Versorgung mit Feuchtigkeit und Sauerstoff abklemmen und so Entzündungen verursachen, die ordentlich weh tun und dazu führen können, dass ihr keine Kontaktlinsen mehr tragen dürft.

Der beste Ratschlag bei Kontaktlinsen: kein Ratschlag

Der einzig richtige Rat lautet daher, die gut gemeinten Ratschläge der anderen zu ignorieren. Klar könnt ihr euch im Netz erstmal einen Überblick verschaffen, was es so an Kontaktlinsen gibt, wo die Unterschiede zwischen weichen Linsen, formstabilen (früher: harten) und Silikonhydrogellinsen liegen, wie sich Tages- und Monatslinsen unterscheiden und wie man die Dinger eigentlich aufs Auge bekommt. So seid ihr nicht so “überwältigt“, wenn ihr die ganzen Infos vom Augenarzt oder Augenoptiker bekommt und könnt auch ganz konkrete Fragen stellen. Welche Kontaktlinse dann aber letztendlich die eure wird, kann nur der Anpasser entscheiden, wenn er sich eure Augen angeguckt hat.

Fazit: Jeder Linsenträger muss seinen eigenen Testsieger küren. Die Jury besteht in dem Fall aus Augenarzt, Augenoptiker und euch.

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